Lippen- Kiefer- Gaumen- Segelspalte

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Symptome

Gesicht:

Durch die fehlende Ausbildung des Lippenringmuskels und des Mundvorhofes durch Lippen- und Kieferspalten ist das ungehinderte feine mimische Bewegungsspiel der Lippen und Wangen unmöglich. Damit sind die komplexen Bewegungsmuster der Gesichtsmuskulatur, die allein Stimmungen, wie Angst, Freude, Zuneigung und Enttäuschung vermitteln können, gestört, und das Kind wird in seiner mimischen Ausdruckskraft beeinträchtigt.

Atmung:

Die physiologische Nasenatmung wird durch die Spalte aufgehoben. Dadurch ist die Schutzfunktion der Nase am Anfang der Atemwege nicht möglich. Zusätzlich wird die Nasenatmung beeinträchtigt durch den zu kurzen Nasensteg, kompensatorische Schwellung der Nasenmuscheln und Verbiegung der Nasenscheidewand. Die gestörte Nasenatmung hat eine falsche Atem- und Schlucktechnik mit nachfolgender Störung der Sprachentwicklung zur Folge.

Nahrungsaufnahme:

Durch Lippen-Kiefer-Gaumen-Segel- oder Segel-Gaumenspalten werden die drei wesentlichen Funktionen des Kauorganes (Saugen, Schlucken und Kauen) unterschiedlich gestört. Das Saugen wird durch die Spalte unmöglich, und das Schlucken beeinträchtigt. Infolge der Schwächung von Gaumensegel und Schlund wird die Zunge nach hinten verlagert, um kompensatorisch einen hinteren Mundabschluss zu erreichen. Dadurch wird das ausgeglichene Wechselspiel zwischen Lippen-, Wangen-, Segel- und Schlundmuskulatur gestört und das Mittelgesichtswachstum und die Sprachentwicklung beeinträchtigt.

Hör- und Sprachentwicklung:

Infolge der durch die Spalte nicht ausgebildeten Segel- und Schlundringmuskulatur ist der Öffnungsmechanismus der Eustachischen Röhre (Verbindung zwischen Rachen und Mittelohr) gestört. So ist ein normaler Druckausgleich im Mittelohr beim Schlucken nicht möglich. Auch kann sich das in die Mittelohrräume abgesonderte Transsudat nicht in den Rachen entleeren. Es dickt vielmehr mit zunehmender Dauer zu zähem Schleim ein unter Ausbildung eines "Mukotympanons", der eigentlichen Ursache jeglicher Mittelohrerkrankungen beim Spaltträger. Über 90% der Kinder mit Spalten leiden an einer Schallleitungsschwerhörigkeit. Infolgedessen hören die Säuglinge die Klangkomplexe anderer verkehrt und können sie deshalb auch nur falsch wiedergeben, so dass es zum Erwerb von falschen Sprachmustern kommt. Durch die Spalte sind vorderer, mittlerer und hinterer Mundabschluss nicht möglich. Deshalb wird die Lautbildung aus der Mundhöhle heraus in Nasen-, Rachen- sowie Kehlkopfraum verlagert, wodurch der Stimmklang beeinträchtigt wird.

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