Allgemein
Was ist das?
Dysgrammatismus ist eine sprachliche Entwicklungsstörung, die durch verspätet einsetzende, verlangsamte, teilweise auch stockende , inkonstante und undifferenzierte Lernprozesse geprägt ist.
Dysgrammatismus bezieht sich auf morphologische (Wortbeugung) und syntaktische (Satzbau) Strukturen.
Zeitliche Einordnung des Grammatikerwerbs; WICHTIG: Die Altersangaben sind Durchschnittswerte, sie dürfen nicht als starre Normen verstanden werden!:
- ca. 1 1/2 Jahre
Einwortsätze, Frage durch Betonung "meine","habm"
- ca. 2 Jahre
1. Fragealter mit Satzmelodie, Zwei- und Dreiwortsätze "is'n das", "Papa da"
- ca. 2 1/2 Jahre
Zunahme der Mehrwortsätze, Endungen an Haupt- und Tätigkeitswörtern beliebig, erster Gebrauch von "ich" "Da kommen B(r)iefmann."
- ca. 3 Jahre
2. Fragealter mit Fragewörtern (warum, wie, was), einfache Sätze können gebildet werden, Beginn von Nebensatzbildungen "Da is ne Frau, die guckt aus'n Fenster. Warum?"
- ca. 4 Jahre
Bildung komplexer Sätze, schwierige Satzkonstruktionen können noch fehlerhaft sein, Nebensätze können gebildet werden "Gestern war ich mit Mama beim Doktor"
- ca. 6 Jahre
Grammatik wird weitgehend beherrscht, Gedankengänge können variiert ausgedrückt werden (verschiedene Zeit- und Pluralformen), Geschichten können nacherzählt werden "Wenn ich mal gross bin, möchte ich Polizist werden"
Ursachen
Dysgrammatismus ist die Folge motorischer, sensorischer und/oder kognitiver Störungen. Bis ca. vier Jahre ist er physiologisch, danach ist der Dysgrammatismus meist ein Begleitsymptom von Sprachentwicklungsverzögerungen oder -störungen. Weitere Ursachen können sein Hörstörungen, zweisprachiges Aufwachsen, Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen, schlechte Sprachvorbilder oder allgemeine hirnorganische Schädigungen.
|